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Reportage: 89. Genfer Autosalon
Wo bleibt die Show?
 Genfer Salon 2019

Einst gab es bei den Motorshows große, spannende, unterhaltsame und überraschende Auftritte. Mittlerweile gibt es auf Shows wie dem Genfer Salon meist kaum mehr als Hausmannskost.

Der Genfer Salon, er kämpft - und wie. Die Automesse am Lac Leman hat mit den Absagen einiger großer Hersteller zu kämpfen. Doch die Verluste sind bisher nicht derart schlimm wie bei den anderen Veranstaltungen in Detroit, Paris oder Frankfurt. Doch mit Zur Markenseite HyundaiHyundai, Zur Markenseite JaguarJaguar, Zur Markenseite Land RoverLand Rover, Zur Markenseite OpelOpel, Zur Markenseite VolvoVolvo, Tesla oder Zur Markenseite FordFord verzichten in diesem Jahr einige der ganz großen Marken darauf, ihre Neuheiten in der Schweiz zu präsentieren. Schien es vor Jahren noch so, dass der Genfer Salon für die meisten Firmen mit europäischem Fokus gesetzt sei, so sieht es nun etwas anders aus. Die Gänge sind breiter, die Marken unbekannter - und wo bitte bleibt die Show? Der eine CEO beantwortet Twitter-Frage, der andere schaut in eine elektrisierte Glasflasche und der nächste kommt in einem elektrischen Van auf die Bühne - alles nett anzuschauen, aber gähnend langweilig. Wie viele der Produkte.

 Genfer Salon 2019  - Foto: Grundhoff

Dabei kann man dem Genfer Salon in diesem Jahr nicht vorwerfen, dass er nichts an Neuheiten zu bieten hätte. Kleinserienhersteller aus der vierten Reihe präsentieren imposante Hypersportwagen. Bugatti, Pininfarina, Piëch und Co. lassen einen mitunter von Motorleistungen von über 1.500 PS träumen - zumeist elektrischen. Überhaupt gibt es bei der ersten europäischen Automesse des Jahres eine Vielzahl von Neuheiten mit Stecker. Zur Markenseite AudiAudi rollt mit Q5, A6, A7 und A8 sein neues Portfolio an Plug-In-Hybriden aus und gibt mit dem schicken Q4 E-Tron Concept einen Ausblick auf einen elektrischen Mittelklasse-Crossover, der Anfang 2021 zu den Kunden rollen soll. Auf der gleichen Plattform steht der Zur Markenseite SkodaŠkoda Vision iV, ein 4,67 Meter langer Elektro-Crossover, der nahezu zeitgleich in den Markt kommt und für die Tschechen ebenfalls das Elektrozeitalter einläutet. Der Antrieb ist mit dem des Audi Q4 E-Tron identisch: modularer Elektrobaukasten MEB, Allradantrieb und 225 kW/306 PS, 450 km Reichweite. Ebenfalls auf dem VW-Elektrobaukasten unterwegs: der Zur Markenseite SeatSeat El-Born, ein schickerer Zwilling vom Zur Markenseite VolkswagenVW ID. Neo - über 200 PS stark und über 400 km elektrischer Reichweite. In dieser Liga spielen ebenfalls Neulinge wie e-Niro und e-Soul von Zur Markenseite KiaKia.

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Auch Zur Markenseite BMWBMW macht seinem Hybridangebot mächtig Beine. Die Bayern haben ihr Portfolio an Plug-In-Hybriden ebenso gründlich überarbeitet wie den 7er und bieten nicht nur bei ihren Aushängeschildern X5 und 7er mehr Reichweite. Zudem sind diese Modelle nun mit einem standesgemäßen Sechszylinder (394 PS) unterwegs, der den wenig überzeugenden Vierzylinder den kleineren Hybridmodellen wie BMW 3er oder X3 überlässt. Zur Markenseite Mercedes-BenzMercedes-Benz begrüßt neue Modelle und verabschiedet andere zeitgleich in den Ruhestand. Den Premieren von Mercedes CLA Shooting Brake oder dem überarbeiteten GLC steht die Good-Bye-Tour von AMG S 65 und SLC gegenüber. Beide bekommen keine Nachfolger - und schade ist es nun mal um jeden, der Emotionen transportierte.

Die Höhepunkte des 89. Genfer Autosalons, Reportage
Die Wolfsburger stoßen mit dem ID. Buggy die Tür für Start-Ups und Karosseriefirmen weit auf
Die Höhepunkte des 89. Genfer Autosalons, Reportage

Einmal mehr sind es in Genf gerade die kleinen Flitzer, die gefallen. Der coole Ami One, mit dem Zur Markenseite CitroenCitroën seinen 100. Geburtstag zelebriert, dürfte es auf dem Massenmarkt schwer haben. Doch die Idee eines elektrischen Zur Markenseite SmartSmart-Zwillings, der gerade mal 450 Kilogramm wiegt, ist klasse. 45 km/h Höchstgeschwindigkeit dürften jedoch wenig alltagstauglich sein. Noch cooler ist da nur der Zur Markenseite HondaHonda e-Prototype, ein elektrischer Flitzer im Stile eines Innocenti mit knackigen Abmessungen, scharfem Design und rund 300 km Reichweite.

Ungewöhnlich, dass auch Volkswagen seine Fans träumen lässt. Mit dem elektrischen ID. Buggy dürfte sich kaum ein Serienmodell ankündigen, denn bereits die Strandbuggies der späten 60er und frühen 70er Jahre waren Kit-Cars auf Käfer-Plattform. Doch die Wolfsburger stoßen mit dem ID. Buggy die Tür für Start-Ups und Karosseriefirmen weit auf. Der Antrieb ist das Elektroskateboard von Volkswagen - der Aufbau eine reine Kreativleistung von externen Firmen. Das könnte ein Modell der Zukunft sein.

Nicht ganz so lässig, aber wichtiger denn je sind die neuen Kleinwagen Zur Markenseite RenaultRenault Clio und Zur Markenseite PeugeotPeugeot 208, der zum Start im Herbst auch gleich als Elektroversion e-208 zu den Händlern kommt. Gefälliges Design und moderne Technik dürften es beiden Franzosen leicht machen, Liebhaber(innen) zu finden.

Die Höhepunkte des 89. Genfer Autosalons, Reportage
Aus Italien kommen schon lange keine Neuheiten mehr aus dem Kleinwagensegment
Die Höhepunkte des 89. Genfer Autosalons, Reportage

Auch weil echte Konkurrenz fehlte, denn aus Italien kommen schon lange keine Neuheiten mehr aus dem Kleinwagensegment. Der Zur Markenseite FiatFiat 500 beispielsweise ist zwölf Jahre alt und auch die Konkurrenz hat nicht viel zu bieten. Der neue Opel Corsa - technisch eng mit dem Peugeot 208 verwandt - kommt erst Ende des Jahres, der Ford Fiesta ist noch sehr frisch und der VW Polo muss noch zwei Jahre bis zum Nachfolger überbrücken. Noch mehr Zeit dürfte vergehen, ehe das Fiat Concept Centoventi Realität wird. Wem die elektrische Reichweite von 100 Kilometern nicht reicht, kann diese einfach dazu buchen.

Natürlich gibt es auf dem Genfer Salon auch die übliche Welle neuer SUV. Mercedes frischt seinen GLC auf, Škoda bringt mit dem Kamiq das SUV-Modell Nummer drei und Zur Markenseite MazdaMazda enthüllt den schicken CX-30, der in Europa ebenso ankommen dürfte wie der 300 PS starke VW T-Roc R. Zur Markenseite JeepJeep gibt mit Renegade und Compass einen Ausblick auf die Plug-In-Hybridtechnik von morgen. Wem das nicht exklusiv genug ist, schaut bei Zur Markenseite BentleyBentley und dem neuen Bentayga Speed (306 km/h Spitze), dem Mercedes AMG GLE 53 oder einem VW Touareg V8 TDI. Noch Zukunftsmusik: das Lagonda All-Terrain Concept aus dem Hause Zur Markenseite Aston MartinAston Martin.

Und was wäre der Genfer Salon ohne seine Traumwagen, die alljährlich um die Aufmerksamkeit der millionenschweren Afficinados kämpfen? Zur Markenseite FerrariFerrari F8 Tributo, Bugatti La Voiture Noire, McLaren Grand Tourer oder Zur Markenseite LamborghiniLamborghini Aventador SVR Roadster/Huracan Evo Spyder sowie die Heerschar an Marken aus der dritten und vierten Reihe, die in Form von Sbarro, Koenigsegg, Hispano Suiza, Pagani oder Aurus mit seiner russischen Staatslimousine Senat den Genfer Autosalon erst zu dem machen, was er ist. Doch jetzt muss sich auch der Messeveranstalter Palexpo etwas einfallen lassen. Denn bei der 90. Auflage im kommenden Jahr werden sich noch mehr Abgänge nicht kompensieren lassen.

 
 Genfer Salon 2019 - Foto: Grundhoff
 Genfer Salon 2019 - Foto: Grundhoff
 Genfer Salon 2019 - Foto: Grundhoff
 Genfer Salon 2019 - Foto: Grundhoff
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Text: | Fotos: Grundhoff
 Stichworte
 Genfer Salon, Palexpo, Genf, Autosalon, Messe, Ausstellung, neue Autos, Schweiz, Automarkt


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